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Ute Schneemann

Antike Exerzitien

Die Übungen der Antike in Senecas Seelenleitung

erschienen 2010, 297 Seiten, Hardcover, 59.90€,
ISBN: 978-3-939348-19-1
Lesen Sie im: Inhaltsverzeichnis (PDF), Einleitung (PDF)


Der Begriff der Meditation (lat. meditari = einüben) lässt uns heute primär an alte asiatische Techniken denken. Waren der abendländischen philosophischen Antike derartige Praktiken unbekannt, obwohl Platon im „Höhlengleichnis“ doch ebenfalls vom Aufstieg zum Höchsten spricht? Reduzierte sich die abendländische Philosophie allein auf eine Lehre?

Die Autorin geht der Frage nach, ob und in welcher Form die Antike über derartige Übungen verfügte und stößt in den Texten des römischen Philosophen Seneca nicht nur auf entsprechende Techniken, sondern auf die Darstellung eines kompletten Übungssystems.

Senecas Rückgriff auf frühere Philosophenschulen lässt erkennen, dass diese Techniken in der gesamten philosophischen Antike bekannt waren und von den antiken Philosophen auch kontinuierlich praktiziert wurden. Hinweise hierauf finden wir u.a. in den Aussagen Platons, Plotins und Epikurs, sodass vor allem das vieldiskutierte Verhältnis Senecas zu Epikur eine veränderte Bewertung erfahren muss.

Diese Techniken waren auch später nicht vergessen. Sie wurden weiter tradiert und begegnen uns in veränderter Form in der mittelalterlichen Mystik. Die Exerzitien des Ignatius von Loyola weisen ebenfalls auf die Kenntnis dieses Systems hin. Für solche Vergleiche muss freilich zwischen der jeweiligen Lehre und den Übungen unterschieden werden.





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