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Claudia Bozzaro

Hannah Arendt und die Banalität des Bösen

Mit einem Vorwort von Lore Hühn.

erschienen 2007, 128 Seiten, Paperback, 29.90€,
ISBN: 978-3-939348-09-2
Lesen Sie im: Inhaltsverzeichnis (PDF), Einleitung (PDF)


Das Interesse an Hannah Arendt und ihrem Werk erlebt momentan Hochkonjunktur. Dabei stehen meistens die politischen Werke der Denkerin im Mittelpunkt. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einem Thema, das zwar in den Rahmen politischer Überlegungen einzuordnen ist, diesen allerdings weit überschreitet. Bei ihrem Versuch, die Verbrechen des Nationalsozialismus zu verstehen, ist Hannah Arendt immer wieder mit der Thematik des Bösen konfrontiert worden. Ihre Auseinandersetzung damit mündet in ihrer provokanten und berühmten These der „Banalität des Bösen“. Diese besteht in der Aussage, dass es Menschen gibt, die nicht böse sind, trotzdem aber Böses tun und es dabei gar nicht merken. Hannah Arendt wirft durch dieses Skandalwort Fragen auf, die unsere moralischen Vorstellungen in Frage stellen. Die Annahme der abendländisch-christlichen Tradition, dass böse Handlungen aus bösen Absichten entstehen, ist letztlich die Bedingung für eine moralische Zuschreibung der Verantwortung für das eigene Handeln und somit die Grundlage für viele ethische Diskurse. Doch was geschieht, wenn diese Bedingung nicht mehr gegeben ist? Kann man jemanden für moralisch schuldig erklären, der die Folgen seiner Handlungen nicht beabsichtigt hat, weil er sich einfach keine Gedanken über sein Handeln gemacht hat? Die vorliegende Arbeit ist ein Versuch, die Thematik des Bösen im gesamten Oeuvre Hannah Arendts systematisch zu rekonstruieren. Durch Hinzunahme des Spätwerk Arendts werden Ausblicke in die politischen und ethischen Reflexionen der Autorin gegeben, da sich hier Hinweise zur Vermeidung der „Banalität des Bösen“ finden lassen. Diese bestehen letztlich in einem Appell an den Einzelnen, Stellung in der mit anderen Menschen geteilten Welt zu nehmen und Moral nicht als eine Privatsache und noch weniger als eine Angelegenheit von Ethik-Kommissionen zu betrachten.





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